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Grenke und Aurelius– Täter oder Opfer?

Was ist dran an den Attacken der Shortseller?

Fraser Perring, der Mann, der Wirecard zu Fall gebracht hat, hat ein neues Opfer: Die Grenke AG, ein im-MDAX gelisteter Anbieter von IT-Finanzierungen und -Leasing, wurde offensichtlich von dem Hedgefonds-Manager kalt erwischt. Dessen Hedgefonds-Gesellschaft Viceroy Research gab Mitte September einen 64-seitigen Report heraus, in dem schwerwiegende Vorwürfe gegen das in Baden-Baden ansässige Unternehmen erhoben wurden. Es wird Betrug und Bereicherung seitens des Gründers Grenke vorgeworfen, interne Firmenkäufe seien verschleiert worden und Kontoguthaben nicht vorhanden.

Eine ganze Reihe der erhobenen Vorwürfe konnten durch das Unternehmen zwischenzeitlich widerlegt werden, allerdings bleiben Ungereimtheiten.Es ist schwierig zu glauben, dass man mit Auslauftechnologien wie Druckern heute noch massive Zuwächse erzielen können soll. Dies, in Zeiten, in denen immer weniger tatsächlich „zu Papier gebracht“ wird. Fragen, die sich auch die Bilanzexpertin Carola Rinker stellt.

Zu dem Unternehmen gehört noch ein Factoring-Bereich, der wohl defizitär sei. Ferner eine – kleine – Bank, die Grenke-Bank. Die Kombination der drei Unternehmensbereiche erschwert die Feststellung, ob nun eigentlich Gewinne oder Verluste erzielt werden. Vor diesem Hintergrund überrascht es nicht, dass sich Viceroy/Perring ausgerechnet dieses Unternehmen als Zielscheibe auserkoren haben.

Derzeit arbeitet GRENKE mit Hochdruck an seiner „Rehabilitierung“. Die BaFin habe derzeit keine Auffälligkeiten in der Bilanz entdeckt. Eine Sonderprüfung von KPMG habe bislang nichts zutage gefördert. Allerdings sind die objektiven Zweifel am Geschäftsmodell nicht von der Hand zu weisen. Betrachtet man den Börsenkurs, wird man eine gewisse Skepsis der Anleger nicht verhehlen können. Der Kurs pendelte um den Jahreswechsel noch zwischen überwiegend 80 und 90 EUR, sackte dann, möglicherweise coronabedingt, ab und pendelte sich schließlich bei etwa60-70,01 EUR ein. Zwischenzeitlich hat er sich fast halbiert.

Und Fraser Perring sagt, er sei noch nicht fertig.

Schon zum wiederholten Male Ziel von Shortsellern ist auch die Aurelius AG mit Sitz in Grünwald bei München. Das Unternehmen wurde 2006 von zwei ehemaligen McKinsey-Beratern gegründet und beteiligt sich an sanierungsbedürftigen Unternehmen. Es ist im Verkehrsmarkt der Börse München gelistet, wo sich eher kleinere Unternehmen tummeln. Erstmals 2017 schlugen die Shortseller zu. Ein Hedgefonds mit dem reichen Namen Gothham City bemängelte die Bewertung der Beteiligungsunternehmen. Der Kurs des Unternehmens ist gleichwohl ziemlich volatil. Nach einer Attacke im Frühjahr diesen Jahres hat sich der Aktienkurs zum Jahreswechsel etwa 40 EUR gedrittelt und verharrt auf niedrigem Niveau.

Schwer zu sagen ist natürlich, inwieweit dies auf der tatsächlichen Unternehmensentwicklung oder auf der gezielten Attacke beruht. Schwer dürfte auch die objektive Bewertung des Unternehmens sein.

In vielen Fällen gehen mit den Attacken der Shortseller erhebliche Vermögensverluste von Anlegern einher. In diesen Fällen lohnt es sich zu prüfen, was an den Vorwürfen konkret dran ist. Daraus kann der Vorwurf der Verletzung der ad hoc-Publizierungspflicht hergeleitet werden. Dies kann sich durchaus lohnen, zumal man dann seine Verluste auf Kosten der schadensersatzpflichtigen Gesellschaft sowie ihrer Organe begrenzen kann.

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