Javascript ist deaktiviert. Dadurch ist die Funktionalität der Website stark eingeschränkt.
SHARE

AdlerGroup S.A. – Abstieg aus der Champions League - wer haftet?

Von Wilhelm Lachmair | |   Aktienrecht

Diverse zweifelhafte Geschäfte begründen den Vorwurf der aus Plünderung gegen die Verantwortlichen und Hinterleute des SDAX-Unternehmens. Ein US-amerikanischer Hedgefonds wirft dem Management strafbares Verhalten vor.

Düstere Wolken brauen sich über der Adler Group S.A. zusammen. Der Kurs hat sich innerhalb von drei Jahren geviertelt, es wird von der Überschuldung des Immobilienriesen, der immerhin vor kurzem noch über ein Portfolio von 70.000 Wohnungen verfügte, gesprochen. Wie konnte es soweit kommen?

Der US-Hedgefonds Viceroy Research LLC greift die Gesellschaft mit harten Vorwürfen an. Im Zusammenhang mit der Entwicklung einer ehemaligen Glashütte im Düsseldorfer Stadtteil Gerresheim sei es zu betrügerischen Scheingeschäften gekommen mit dem Ziel, den Wert des Portfolios auf zu hübschen. Das Geschäft, das einen Fantasiekaufpreis zur Grundlage haben sollte, sei später rückabgewickelt worden. Fakt ist, dass die Baustelle anscheinend steht, wie die Tageszeitung „Welt“ zu berichten weiß.

Nicht astrein sei es auch bei der Fusion mit der ADO Properties zugegangen. Dort habe man sich zunächst 33 % der Anteile besorgt, dann gleichsam in einer Nacht- und Nebelaktion den Vorstand ausgetauscht und diesen sodann dazu gebracht, die Adler Real Estate Group AG zu übernehmen. Das neu entstandene Unternehmen sei sodann in Adler Group S.A. umbenannt worden. Dabei habe man sich einen Großteil des Portfolios einverleibt und die ADO Properties gleichsam geplündert.

Das Ganze sei dann mit einem weiteren Deal, betreffend eine Gesellschaft Consus Real Estate AG weitergeführt worden. Die Aktionäre der Adler Group S.A. seien ausgeplündert worden, da für die Gesellschaft ein absoluter Fantasiepreis angesetzt worden war, der durch die enthaltenen Vermögenswerte nicht annähernd zu rechtfertigen gewesen wäre. Den Schaden trügen die Übernehmer, die dann auch noch mit den Schulden leben müssten, die sowohl im Rahmen des Gerresheim-Deals als auch bei dem Consus-Geschäft aufgehäuft wurden.

Haftung wegen Verletzung der ad hoc-Publizität

Die Emittenten, also die Adler Group S.A. haften für das Versäumnis, kursrelevante Insider Informationen unverzüglich im Rahmen der sogenannten ad hoc-Publizität zu veröffentlichen. Dazu zählen natürlich auch Dinge, die man lieber verschweigt, wie die Benachteiligung der Aktionäre durch die vorstehend beschriebenen Geschäfte.

Zu erstatten ist ein sogenannter „Kursschaden“, d. h. der Betrag, um den die Anleger mutmaßlich zu teuer gekauft haben. Hier sehen wir gute Möglichkeiten, den Schaden wieder dort abzuladen, wo er verursacht wurde. Einen detaillierten Bericht finden Sie hier.

<< Übersicht