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Dieselskandals und Dreiwegefinanzierung - Ballonrate zahlen oder Auto zurückgeben?

Von Wilhelm Lachmair | |   Dieselskandal

Kann die Zahlung der Ballonrate Ansprüche vereiteln?

Gehen oder bleiben – so könnte man die Frage wohl formulieren. Man hat einen manipulierten Wagen erworben und über Darlehen finanziert. Die typischen Verträge der deutschen Autobanken sehen eine sogenannte „Drei Wege-Finanzierung“ vor. Danach kann man nach Ablauf des Darlehensvertrages entweder eine sogenannte „Ballonrate“ begleichen oder aber das Fahrzeug zurückgeben.

Häufig wird es natürlich so sein, dass der Fahrzeugerwerb auf eine längere Frist angelegt ist. In diesem Falle bleibt es bei der reinen Finanzierungsform des Darlehens. Nun kann es sein, dass Gerichte in dem Entschluss, die Ballonrate zu zahlen, eine Art „Einverständniserklärung“ mit den Manipulationen seitens des Fahrzeugherstellers sehen. Gestützt darauf könnten Klagen abgewiesen werden. Dies wird jedenfalls auch regelmäßig von den Herstellern so vorgebracht.

Auf der anderen Seite, begibt man sich irgendwelche Rechte, wenn man das Fahrzeug zurückgibt? Aus unserer Sicht ist dies nicht der Fall. Wenn es ein Rückabwicklungsfall ist, kann man die Saldierung der Darlehensraten mit den gezogenen Nutzungen verlangen. Der BGH wird in absehbarer Zeit über diese Frage bei Leasingverträgen entscheidend. Bei Darlehensfinanzierungen ist es aus unserer Sicht eindeutiger. Hier ist nämlich der Käufer auch derjenige, der das wirtschaftliche Risiko des Fahrzeugs trägt und in die Eigentümerposition rückt.

Vor diesem Hintergrund könnte die Empfehlung so lauten: Wenn man sich sicher sein kann, dass man mit der Klage Erfolg hat, sollte man das Fahrzeug zurückgeben. Sonst sollte man aufgrund der konkreten wirtschaftlichen Gegebenheiten abwägen und entscheiden. Gerne sind wir Ihnen dabei auch behilflich. Wir freuen uns auf Sie.

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