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Große Enttäuschung für Anleger der German Property Group (GPG): Konzern stellt Antrag auf Insolvenzeröffnung

Von Dr. Nuriye Yildirim | |   Bankenrecht

Unter German Property Group firmieren mehrere Unternehmen, die denkmalgeschützte und sanierungsbedürftige Immobilien erwerben, sanieren und weiterveräußern. GPG ist die Rechtsnachfolgerin des Dolphin Trust. Im Raum steht Anlagebetrug und die Staatsanwaltschaft Hannover ermittelt bereits gegen die Verantwortlichen. Der Firmensitz ist in Hannover. Aus unserer Sicht verbirgt sich ein Schneeballsystem dahinter: Mit neuen Anlegergeldern wurden Anleger bedient, die schon investiert hatten und daher auf ihre Ausschüttungen warteten!

Was ist passiert?

Sanierungsinvestitionen waren genauso vorgetäuscht wie Veräußerungen. Zum Teil waren die Immobilien nicht existent, oder sie befanden sich im Fremdeigentum. Diverse Immobilien warten seit Jahren auf ihre Sanierungen, so etwa ca. fünfzig Wohneinheiten in Augsburg, seit sieben Jahren die Stockaumühle in Reichertshofen/Ingolstadt, um nur einige zu zitieren, welche vom Bayerischen Rundfunk erwähnt werden. Mit anderen Worten: Es sind nicht nur die Anleger getäuscht worden, sondern auch Kommunen. Denn diese haben zum Teil hochwertige, eben denkmalgeschützte Immobilien veräußert in der Hoffnung auf Verschönerung des Stadtbildes. Das Warten hat immerhin vorerst ein Ende. Stattdessen besteht nun die Hoffnung, dass die Immobilien alsbald für den Verkauf an einen anderen Investor verfügbar sein werden.

Für die Anleger stellt sich die Lage möglicherweise weniger zuversichtlich dar. Immerhin geht es um Investitionen über eine Milliarde Euro. Wo die Gelder geblieben sind, was noch zu holen ist und gegen wen Ansprüche geltend gemacht werden können, hängt von der individuellen Beratungssituation und Investition ab.

Wer sind mögliche Anspruchsgegner?

Mögliche Anspruchsgegner sind persönlich haftende Geschäftsführer, Anlagevermittler und auch die Banken, sofern sie Aufklärungspflichten verletzt haben, etwa über mögliche Rückvergütungen. Nach den uns vorliegenden Informationen wurde auch die BaFin schon 2019 über die dubiosen Geschäfte der GPG informiert. Diese hat sich unter Verweis auf vermeintliche Unzuständigkeit jedoch „aus der Affäre gezogen“. Ob das letztlich klappt, lässt sich noch nicht sagen. Aber auch wenn die Hürde für Staatshaftungsansprüche durchaus hoch ist, schließen wir sie nicht von vornherein aus. Gerade im vorliegenden Fall, wo schon wieder ein eklatantes Aufsichtsversagen vorliegt, lohnt eine Prüfung allemal. Ein Versagen der Bundesfinanzaufsicht steht bekanntlich auch im Wirecard-Skandal im Raum. Haften dürften natürlich auch die Organe der GPG, allen voran der Firmengründer und ehemalige GPG-Geschäftsführer Charles Smethurst.

Was kommt demnächst auf die Anleger zu?   

Das Insolvenzverfahren ist noch nicht eröffnet. Vermutlich ist auch ein wesentlicher Teil der etwa 200 Tochtergesellschaften betroffen, häufig Projektgesellschaften für einzelne Vorhaben. Derzeit ist ein Beschluss über die vorläufige Eröffnung des Insolvenzverfahrens hinsichtlich der Muttergesellschaft erlassen worden. Wie sich dieses Verfahren entwickelt, bleibt abzuwarten. Wir gehen davon aus, dass in absehbarer Zeit das Insolvenzverfahren endgültig eröffnet wird. Dann sind die Forderungen zur Insolvenztabelle anzumelden.

Wir unterstützen Sie bei der möglichen Wahrung ihrer Interessen, zeigen auf, was geht und was eher nicht, und was von verschiedenen Möglichkeiten gegebenenfalls Sinn macht. Gerne beraten wir Sie bei der Frage, welche Vorgehensweise für Sie rechtlich und wirtschaftlich die sinnvollste ist. Unsere Erstberatung bieten wir kostenlos an. Für unsere weiteren Tätigkeiten bieten wir Ihnen klar verständliche und nachvollziehbare Kostenstrukturen an – natürlich im Vorfeld einer kostenauslösenden Tätigkeit. Sollten Sie sich an dieser Stelle fragen, ob Ihre Rechtschutzversicherung die Kosten übernehmen muss: Die Rechtschutzversicherungen sind in diesen Rechtsstreitigkeiten in der Regel nicht eintrittspflichtig.

Wir helfen Ihnen gerne mit unserer jahrzehntelangen Erfahrung in Anlegerstreitigkeiten. Kontaktieren Sie uns per E-Mail oder telefonisch.

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