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P & R Container - Wenn der Vermittler die Freundschaft kündigt

|   Fonds & Investments

Vermittler, Berater und Banken gehen gegenüber Anlegern in Deckung - Gespräche werden abgeblockt und Vertriebe verschwinden - Vertriebe wollen Anwälte der Anleger bestimmen - Entscheidung über Geltendmachung von Schadensersatzansprüchen erfordert eingehende Beratung in jedem individuellen Fall

Nach dem ersten Schock über die Krise bei P & R werden viele Anleger in den letzten Tagen mit einer für sie unerwarteten Folge konfrontiert. Obwohl zuletzt ein Großteil der Container-Direktinvestments von der P & R in Grünwald direkt vertrieben worden war, gibt es zahlreiche Anleger, denen die Anlage durch eine Bank, einen Vertrieb oder einen freien Vermögensberater vermittelt worden sind. Während in guten Zeiten regelmäßig größter Wert auf engen und persönlichen Kontakt zu den Anlagekunden gelegt wurde, wird infolge der Krise vielerorts auf Distanz zu den eigenen Kunden gegangen.

Zahlreiche P & R Vermittler gehen in Deckung

In der Tat wandten sich sofort nach dem Bekanntwerden der P & R Krise nahmenhafte, auf die Abwehr von Anlegerklagen spezialisierte Kanzleien direkt mit praktischen Tipps an die betroffenen Vertriebe: Die eigenen Kunden sollten zeitnah informiert werden, im übrigen nur die Kommunikation stark eingeschränkt werden. Auf keinen Fall sollte die Beratungssituation oder Vermittlungssituation mit dem Kunden reflektiert oder gar eigenes Fehlverhalten eingeräumt werden. Irgendwelche Dokumente sollten mit Verweis auf anwaltlichen Rat nicht herausgegeben werden. Kurzum, die Vertriebe sollen sich in Verteidigungsstellung bringen.

Extremfall: Der Vermittler "verschwindet"

Immer wieder sind aber auch extremere Reaktionen zu betrachten: Einzelne Vermittler haben bereits vorbeugend die Insolvenz angekündigt, andere ihren Internetauftritt gelöscht und das Büro verrammelt.

Anleger wählen den Anwalt, nicht der Vertrieb

In anderen Fällen wurden Mandanten offenbar vom Vertrieb dazu aufgefordert, ganz bestimmte Anwälte zu bevollmächtigen. Für den Fall, dass dies nicht erfolge, würde der zukünftige Kontakt stark eingeschränkt. Welche Vorteile sich Vertriebe davon versprechen oder versprechen lassen kann offen bleiben.

Ob eine Geltendmachung von Schadensersatz im konkreten Fall auch gegen den Vertrieb oder die beratende Bank in Frage kommt, muss im konkreten Einzelfall in Rahmen einer ausführlichen Beratung mit einem fachkundigen Anwalt geklärt werden. Stets kommt es dabei auf die individuellen Umstände der Zeichung und des Anlegers auf der einen Seite, das Prozess- und Vollstreckungsrisiko auf der anderen Seite an. Gerade in Fällen der vorhersehbar fehlenden wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit oder beim Direkterwerb des Containerinvestments kommt ein Vorgehen auch gegen die verantwortlichen Hintermänner bei der P & R - Gruppe in Betracht. Sollten sich die Vorwürfe eines Schneeballsystems bewahrheiten, können auch nicht von der aktuellen Insolvenz betroffene Personen und Gesellschaften bei der P & R für eine vollständige Rückabwicklung des Containerinvestments zur Verantwortung gezogen werden. In diesem Fall wären auch die betroffenen Vermittler von der P & R hinters Licht geführt worden.

Betroffenen Anlegern wird dringend empfohlen, sich in dieser Sache qualifiziert und unabhängig beraten zu lassen. Unsere auf die Vertretung von Kapitalanlegern spezialisierten Fachanwälte für Bank- und Kapitalmarktrecht, die sich in den letzten Jahren wesentlich um die Aufklärung von Großschadensfällen und Kapitalanlagebetrug verdient gemacht haben, stehen Ihnen gerne zur Verfügung.

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