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P & R - Wie umgehen mit den Ankaufsangeboten

Von Wilhelm Lachmair | |   Fonds & Investments

Verschiedene Institutionen unterbreiten Ankaufsangebote für stimmte P & R-Fonds. Wie attraktiv sind diese Angebote? Was kann man damit erreichen?

Über die Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger e.V. wird derzeit unter anderem das Angebot einer Regera S.a. r.l. unterbreitet, die festgestellte Forderungen gegen die

  • P & R Container Vertriebs- und VerwaltungsGmbH
  • P & R Gebrauchtcontainer Vertriebs- und Verwaltungs GmbH 
  • P & R Container Leasing GmbH sowie die
  • P & R Transport-Container GmbH

ankaufen möchte. Es werden entweder 19 % oder aber 17,5 % der festgestellten Forderungen abzüglich bereits durch den Insolvenzverwalter gezahlte Abschläge geboten. Das niedrigere Angebot ist mit einer Freistellung gegenüber etwaigen Rückzahlungsansprüchen an die Insolvenzmasse nach Anfechtung von Miet- und Kaufpreisrückzahlungen gekoppelt. Es scheint noch weitere Angebote von anderen Fonds zu geben. Was ist davon zu halten?

Diejenigen, die solche Angebote machen, versprechen sich natürlich etwas davon. Sie gehen also davon aus, dass die tatsächliche Insolvenzquote höher sein wird. Das ist eine Spekulation auf die Zukunft und auf das Talent des Insolvenzverwalters, möglichst viel Geld zur Masse zu ziehen. Womit wir bei der Frage wären, welches Angebot den attraktiver wäre – das niedrigere oder das höhere: 

Wenn Sie die Annahme eines derartigen Angebots erwägen, dann wohl vordringlich vor dem Hintergrund, die Sache endgültig abschließen zu können. Damit dürfte sich nicht vertragen, dass noch erhebliche Ansprüche der Insolvenzmasse im Raume stehen. Dies würde für das Angebot mit Freistellungsanspruch sprechen, trotz der niedrigeren Quote. Allerdings kann man nicht wissen, was dieser Freistellungsanspruch wert ist. Er ist nur so viel wert, wie der entsprechende Anbieter, eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung, zu zahlen in der Lage ist. Eine derartige Freistellung erledigt nicht Ihre Verpflichtungengegen den Insolvenzverwalter, sondern bewirkt nur, dass der Erwerber Ihres Anteils sie übernehmen muss. Kann er nicht zahlen, sind Sie weiterhin in der Pflicht. Es scheint hier eine Rückdeckungsversicherung im Raume zu stehen. Auch hier ist allerdings durchaus Vorsicht angebracht, wenn man den Versicherer und die Police nicht kennt.

Die Insolvenz der P & R-Gruppe liegt mittlerweile drei Jahre zurück. Das Verfahren dürfte noch mehrere Jahre in Anspruch nehmen. Die Frage, ob und gegebenenfalls in welcher Höhe man sich mit Anfechtungsansprüchen aus einandersetzen muss, wird frühestens im nächsten Jahr geklärt. Vor diesem Hintergrund wäre die Möglichkeit, sich der Problematik ein für alle Mal zu entledigen, durchaus eine Option. Allerdings sollte man vermeiden, vom Regen in die Traufe zukommen.

Wenn Ihnen ein derartiges Angebot vorliegt und sie dazu Rat benötigen, stehen wir jederzeit gerne zur Verfügung. Wir freuen uns, von Ihnen zu hören.

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