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Und täglich grüßt das Murmeltier – Neues von der Future Business Insolvenz

Von Wilhelm Lachmair | |   Fonds & Investments

Österreichischer Prozessfinanzierer möchte Schadensersatzansprüche gegen die Wiener Uniqa-Versicherung durchsetzen

Die Infinus AG/Future Business Gruppe war ein krimineller Emittent von Orderschuldverschreibungen und später Nachrangdarlehen, der im Jahre 2013 in Insolvenz gefallen ist, nachdem ein spektakuläres Provisionskartell mit Lebensversicherungen, die auf den Namen der eigenen Mitarbeiter und deren Angehöriger abgeschlossen waren, geplatzt bzw. aufgeflogen ist. Etwa 40.000 Anleger erlitten damals einen Schaden in Höhe von insgesamt etwa 800.000.000 EUR. Die aus den LV-Verträgen resultierenden Vertriebsprovisionen haben über einen längeren Zeitraum das gesamte Unternehmen finanziert, das sich allerdings nicht in der Lage sah, die Prämien für die Versicherungen aus seinen Erlösen zu decken.

Die Hauptverantwortlichen wurden im Jahr 2018 durch das Landgericht Dresden zu langjährigen Haftstrafen verurteilt. Nun, kurz vor Toresschluss, kam eine Münchener Anwaltskanzlei mit einem Prozessfinanzierer, der AdvoFin Prozessfinanzierung AG, auf die Idee, die Wiener Versicherungsgesellschaft Uniqa, über die wohl die meisten dieser Verträge abgewickelt wurden, in die Haftung zu nehmen. Dahinter steht, dass auch der Insolvenzverwalter Kübler bereits an das Unternehmen herangetreten ist und im Rahmen der Anfechtung der Lebensversicherungsverträge Schadenersatz gefordert hat. Die Gesellschaft habe daraufhin einen Vergleichsbetrag für etwaige Schadensersatzansprüche i.H.v. 50.000.000 EUR an die Insolvenzmasse gezahlt.

So gesehen könnte schon ein Schuh daraus werden, da der Verdacht eines sittenwidrigen Zusammenwirkens zwischen der Versicherungsgesellschaft und den Verantwortlichen der Future Business Gruppe nicht fernliegt. Ob diese Ansprüche sinnvol etwa in Form einer Sammelklage durchgesetzt werden können, ist fraglich, eher zweifelhaft. Denn im Zuge des Dieselskandals beispielsweise sind eine ganze Reihe derartiger Sammelklagen gegen die Volkswagen AG als unzulässig zurückgewiesen worden, da die zugrunde liegenden Verträge mit den einzelnen Fahrzeugbesitzern sittenwidrig seien. Insoweit dürfte aus unserer Sicht als Vorsicht geboten sein.

 

Nur Schuldverschreibungen ab 2011 werden akzeptiert

Dabei ist weiterhin zu berücksichtigen, dass nur Schuldverschreibungen berücksichtigt werden, die nach dem 01.01.2011 gezeichnet wurden, ältere fallen durch das Raster der zehnjährigen absoluten Verjährung.

Unsere Kanzlei hat sich seinerzeit auch mit dem Infinus-Skandal befasst. Noch heute vertreten wir zahlreiche Geschädigte.Wenn Sie Fragen haben, stehen wir selbstverständlich gerne zur Verfügung. 

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