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Mezzanine oder Nachrangdarlehen – Geld, das nie wiederkehrt

Merkwürdige Lücke in der Regulierung von Kapitalanlagen

Es verwundert, dass ausgerechnet diese Form der Hereinnahme fremder Gelder von den strengen Kapitalanlagevorschriften faktisch ausgenommen ist. Die sogenannten „Nachrangdarlehen“ sind eine Anlageform, die aus unserer Sicht sehr nahe an der bewussten Vermögensvernichtung liegt. Es handelt sich um Darlehen, die in der Krise hinter alle anderen Verbindlichkeiten zurücktreten, also im Insolvenzfall praktisch ausfallen. Für die betroffenen Unternehmen haben Sie den Vorteil, dass sie nicht als Fremdkapital in der Bilanz erscheinen, also auch keinen Einfluss auf eine etwaige Überschuldung haben. Sie stellen bilanzmäßig kein Fremdkapital dar.

Da das Geld eigentlich nicht zurückgezahlt werden muss, fällt die Finanzierungsform kurioserweise auch nicht unter Bankgeschäfte, selbst wenn die Darlehen geschäftsmäßig hereingenommen werden. Es gibt immer wieder derartige Angebote, wie z.B. aktuell dasjenige der FIM Finanz 2 GmbH mit Sitz in Bamberg mit einem Stammkapital von 25.000 EUR. Die Gesellschaft ist wiederum in einen Konzern eingebunden, der sie mit einem Darlehen – einem Nachrangdarlehen – ausgestattet hat. Man muss schon sehr viel Vertrauen in Leute, die man grundsätzlich ja auch nicht kennt, haben, um das gut zu finden.

Die Darlehen sind als Finanzierungsform vergleichsweise teuer, da das Risiko mit einem Zinsaufschlag erkauft werden muss. Im genannten Beispiel liegt die Verzinsung etwa zwischen 5% und 6%. Die bekommt man aber nur, wenn die Gesellschaft zahlungsunfähig ist. Als Unternehmer nimmt man solche Gelder dann herein, wenn man von der Bank nichts mehr bekommt. Das sollte jeder wissen, der solche Anlagen zeichnet oder auch anbietet.

Es ist zwar nicht auszuschließen, dass solche Gelder auch im Einzelfall wieder zurückfließen, man sollte sich aber bewusst sein, unter welchen Bedingungen Unternehmen auf so teure Finanzierungen zurückgreifen (müssen). Werden solche Darlehen als geeignete Form der Vermögensanlage vermittelt, liegen Vertriebshaftungsansprüche durchaus nahe. Auf der anderen Seite sollte man auch selbst prüfen, in welche Dinge man sein Geld investiert. Wir sehen jedenfalls immer wieder notleitende derartige Finanzierungen. Einen Schadenersatz effektiv durchzusetzen, ist danach häufig problematisch.


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