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Investmentfonds geerbt oder vor Jahrzehnten gezeichnet?

Chancen und Risiken von geschlossenen Anlagefonds
Wir bewerten Ihre Kapitalanlage und zeigen verborgene Risiken und Handlungsspielräume auf

Hier geht es um die „Relikte des grauen Kapitalmarkts“. 2013 wurde der Markt der sogenannten „alternativen Investments“, also im Wesentlichen der geschlossenen Fonds, durch das Kapitalanlagegesetz (KAGB) neu geordnet. Dies war dringend erforderlich, da auf dem Sektor erheblicher Wildwuchs herrschte.

Eine der Folgen ist eine Vielzahl von Gesellschaften, die zum erheblichen Teil auch noch bestehen. Dies fällt häufig nicht weiter auf, da schon lange keine Ausschüttungen mehr erfolgen und bestenfalls noch sporadisch Korrespondenz von Beteiligten kommt. Wenn überhaupt. Manchmal hat man schon längst vergessen oder verdrängt, dass man derartiges gezeichnet hat. Zwischenzeitlich kommt es allerdings auch immer häufiger vor, dass derartige Anlagen Bestandteil eines Erbes sind.

Risiken aus der Gesellschafterstellung

Ganz vernachlässigen sollte man derlei Gestaltungen allerdings nie. Es handelt sich um Gesellschaften, die vielfach auch noch nach Jahrzehnten noch Rechte und Pflichten zur Folge haben können.  Insbesondere ist nicht ausgeschlossen, dass man noch Jahrzehnte später zur Kasse gebeten wird oder Post von anderen Gesellschaftern oder von deren Anwälten erhält. Daher sind zumeist Entscheidungen gefragt, möglicherweise werden auch Geldforderungen erhoben.

Oder noch schlimmer: Ein Insolvenzverwalter möchte plötzlich Geld. So sind derzeit eine Vielzahl von zumeist Schiffsfonds im Umlauf, die irgendwann oft schon vor vielen Jahren ihre Ausschüttungen eingestellt haben, später erfolgte die Insolvenz, und dann einige Jahre erst einmal nichts. Und jetzt kommen Forderungen auf Rückerstattung von Ausschüttungen. Nicht selten sind Anleger oder deren Erben von derartigen Zumutungen seitens Ihnen selbst völlig unbekannter Insolvenzverwalter überrascht. Noch überraschender ist für die meisten, dass Ihnen diesen Fällen das Rechtsinstitut der Verjährung nicht hilft und die Ansprüche, soweit möglich, habe gewährt werden müssen.

Besonders gefährlich sind Fonds, mit denen Schiffe oder andere Sachgüter z.B. Container finanziert werden. Diese zumeist als Steuerstundungsfonds konzipierten Gesellschaften hatten anfänglich aufgrund hoher, zumeist degressiver Abschreibungen stets bilanzielle Verluste geschrieben, die dann auch steuerlich genutzt werden konnten. Auf der anderen Seite kamen über Miet-, Charter- oder Leasingraten liquide Mittel herein, die dann auch ausgeschüttet wurden. Die Folge war, dass die Kapitalkonten damit belastet wurden. Damit lebte auch die Kommanditistenhaftung teilweise wieder auf.

Beispiel P & R

Hier macht der Insolvenzverwalter derzeit Ansprüche aus Rückerstattung von Gewinnausschüttungen gegen sieben ausgewählte Anleger im Wege von Musterprozessen geltend.  Die Verjährung gegen die übrigen Anleger ist aktuell gehemmt. Es ist nicht völlig unwahrscheinlich, dass diese zulasten der betroffenen Anleger – oder Erben – ausfallen.  In diesem Fall müssen Anleger oder deren Erben auch nach vielen Jahren unter Umständen noch mit erheblichen Nachforderungen rechnen. Auch hier gelohnt durchaus eine genaue Prüfung. Man kann sich unter Umständen gegen derartige Ansprüche auch Viren, wenn man sich auf Entreicherung beruft. Rechtliche Beratung lohnt also auf jeden Fall.

Beispiel „Isolde“

Im Falle der Isolde war die Zeichnungsphase im Jahre 2000/2001. Im Jahr 2016 folgte die Insolvenz und jetzt möchte der Insolvenzverwalter geleistete Ausschüttungen zurück. Dabei geht es um teilweise erhebliche Beträge, gut die Hälfte des Nominalkapitals wurden in den ersten Jahren an die Anleger verteilt. Hier drohen deshalb erhebliche Risiken. Auf Verjährung kann man sich auch heute noch nicht berufen, obwohl die letzte Ausschüttung vielleicht im Jahre 2008 erfolgt ist. Im Falle P & R sind viele schon seit Jahrzehnten Kunden des schon seit den siebziger Jahren des letzten Jahrhunderts aktiven Anbieters von Mietcontainern, der 2018 spektakulär in Insolvenz fiel.

Dies sind zwei willkürlich ausgewählte Beispiele aus jüngster Vergangenheit. Man sollte das Drohpotenzial derartiger Altbeteiligungen nicht auf die leichte Schulter nehmen. Die Verteidigung gegen derartige Ansprüche ist schwierig und setzt eine tiefergreifende Auseinandersetzung mit der Abwicklung des Fonds und den diesbezüglich geltend gemachten Ansprüchen gegen die Gesellschaft auseinander. Hier ist eine Bündelung von Anlegerinteressen sinnvoll, zugleich liegt ein interdisziplinärer Ansatz unter Einbindung von Steuerberatern und Wirtschaftsprüfern nahe.

Gute, schlechte oder prüfenswerte Anlagen – eine Bestandsaufnahme kann lohnend sein

Es gibt allerdings auch die andere Seite: In vielen Fällen dümpelt auch ein mehr oder weniger schlecht verwaltetes Fondsvermögen vor sich hin. Gerade bei Immobilien gibt es dabei unerwartete Chancen, die vielen schon abgeschriebenen Beteiligungen wie etwa dem berühmt-berüchtigten Fundus-Fonds Hotel Adlon ein zweites Leben einhauchen. Dabei gibt es durchaus Ausreißer, wie z.B. der sagenumworbene Fundus von Nr. 31, das Berliner Hotel Adlon. Zunächst in einer tiefen Krise haben sich Generationen von Anlegeranwälten, vielfach vergeblich, an der Gesellschaft und möglichen Haftungsfragen abgearbeitet. Der Fonds die lieferte zuverlässig Verluste ab, Freude kam nicht auf. Alles vorbei, alles vergessen. Mittlerweile werden die Fondsanteile schon wieder jenseits der 80 %-Grenze des Nominalkapitals gehandelt. Das Adlon ist ein angesagtes Luxushotel, hier muss man sich dann entscheiden, ob man sich von der Beteiligung trennt oder diese weiter hält. Dabei darf allerdings nicht verkannt werden, dass sich der vor im Vergleich zu anderen Immobilienbeteiligungen mit gutem Portfolio deutlich unterdurchschnittlich entwickelt hat.

Wie überall liegt Licht und Schatten dicht beieinander. Wer eine zwischenzeitlich heruntergewirtschaftet Eigentumswohnanlage in Aachen finanziert hat, ist ungleich schlechter dran. Allerdings kann man angesichts der aktuellen Marktverhältnisse auch hier überlegen, was gegebenenfalls getan werden kann. Vielfach sind gerade zum jetzigen Zeitpunkt aussichtsreiche Sanierungsbemühungen möglich. Hier lohnt ein kritischer Blick auf das Fondsvermögen, um mögliche Chancen zu erkennen und zu überlegen, wie diese im Rahmen der konkreten gesellschaftlichen Verhältnisse ergriffen werden können.

Spreu vom Weizen trennen

Man kann ja mittlerweile auf fast alles und jedes setzen. Viele Wind- oder Bioenergiefonds, aktuell gerade Flugzeugfinanzierungen und was es sonst noch alles gibt, sind im Moment alles andere als reizvoll. Darunter gibt es auch offensichtlich betrügerische Anlagen. Ob hier eine Schadensbegrenzung möglich ist oder ob gegebenenfalls auch noch steuerliche Probleme drohen oder steuerliche Chancen genutzt werden können, ist häufig eine Prüfung wert.

Generell dürften die Probleme bei sonstigen Fonds, die also in andere Anlageklassen als Immobilien investieren, größer und ihr schwerer lösbar sein als beim sogenannten „Betongold“. Umso sinnvoller kann eine Prüfung auf etwaige Chancen und Risiken sein. Vielleicht ist doch noch etwas zu retten.

Ganzheitliche Beratung sinnvoll

Dabei macht es wenig Sinn, die Dinge lediglich aus der rechtlichen, insbesondere gesellschaftsrechtlichen oder nur aus der steuerlichen Perspektive zu betrachten. Vielmehr ist auch noch wirtschaftliches Know-how für eine sachgerechte Bewertung erforderlich. Eine fundierte Auseinandersetzung mit den problematischen Bestandteilen des eigenen Vermögens benötigt einen ganzheitlichen Beratungs­ansatz, um zu wissen, ob Handlungsbedarf oder Handlungsmöglichkeiten bestehen und welche Risiken gegebenenfalls in den Beteiligungen enthalten sind.

Aufwandsbezogene Vergütungsmodell

Natürlich muss eine derartige Sachprüfung auch im Hinblick auf die damit verbundenen Aufwände überblickbar sein. Eine Erstbewertung geben wir zu einem attraktiven Pauschalhonorar von 348 € inkl. MwSt. Dazu benötigen wir zuerst einmal nur den Zeichnungsschein und den Prospekt. In den meisten Fällen können wir Ihnen dann schon eine erste Einschätzung geben, wo die Reise hingehen könnte, ob die Beteiligung werthaltig ist oder ob Gefahren drohen.

Wenn es dann weitergeht, werden wir die Kosten mit Ihnen anhand des mutmaßlichen Aufwands und der mutmaßlich zu generieren denn Chancen bzw. Risiken mit Ihnen abstimmen.


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