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Wilhelm Lachmair und Dr. Nuriye Yildirim im Interview (Video)

Nur wenige Wochen nach Bekanntwerden des Wirecard-Skandals gaben die beiden Geschäftsführer von 21legal, Wilhelm Lachmair und Dr. Nuriye Yildirim, beide Fachanwälte für Bank- und Kapitalmarktrecht sowie Arbeitsrecht, ein Interview.

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Unsere Mandanten fragen - Wir antworten

Was bedeuten diese Entwicklungen in Ihrem individuellen Fall? Die häufigsten Fragen möchten wir im Folgenden beantworten. Selbstverständlich stehen wir für weitere Fragen per E-Mail oder telefonisch zur Verfügung.

Kann jeder Schadensersatz verlangen?

Einen Anspruch auf Schadensersatz kann jeder geltend machen, der sogenannte Wertpapiere bei Wirecard nach dem 24.02.2016 erworben hat. Wertpapiere sind grundsätzlich Urkunden, die Unternehmensanteile bescheinigen. Zu Wertpapieren gehören unter anderem Aktien sowie Anleihen der Wirecard AG.

Muss ich im Besitz der Aktien sein? Oder kann ich diese bereits veräußert haben und dennoch Schadensersatz verlangen?

Für die Durchsetzung Ihrer Ansprüche ist es nicht erforderlich, dass Sie die Aktien noch haben. Diese können durchaus zwischenzeitlich bereits veräußert worden sein. An Ihren Ansprüchen ändert sich hierdurch nichts.

Wie errechnet sich mein Schadensersatz?

Zunächst stellt sich in diesem Zusammenhang die Frage, worin der Schaden besteht. Der Schaden ist die Differenz zwischen dem Kaufpreis und dem Verkaufserlös, sofern ein Verkauf der Aktien erfolgt ist. Sollten Sie noch weiterhin im Besitz der Aktien sein, stellt der sogenannte Kursschaden, vereinfacht ausgedrückt der Wertverlust der Aktien den wirtschaftlichen Schaden dar. Für die Berechnung des Kursschadens verlangt der Bundesgerichtshof die Bestimmung eines Kurseffektes der Mitteilung nach Bekanntwerden, was in dem Kursrückgang häufig zu finden sein wird.

Was wirft man juristisch Wirecard vor?

Als DAX Unternehmen hat Wirecard bestimmte Kommunikationspflichten einzuhalten. Dazu gehören Informationen, die für den Aktienkurs relevant sein könnten. Diese Informationen sind unverzüglich zu veröffentlichen, damit Anleger die Möglichkeit haben, möglichen Kursverlusten rechtzeitig entgegenzuwirken. Diese Pflicht zu sogenannten ad hoc Mitteilungen dürfte Wirecard massiv verletzt haben. Daraus lassen sich Schadensersatzansprüche für die Aktionäre herleiten.

Wer haftet für den Schaden?

Wirecard dürfte, wie gesagt, in erheblichen Umfang Unterrichtungspflichten verletzt haben und über seine Bilanzen getäuscht haben. Als mögliche Anspruchsgegner kommen in Betracht die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young, die Bafin, die beiden Vorstände, Herr Marcus Braun und Jan Marsalek als persönlich haftende. Daneben können Ansprüche im Rahmen des Insolvenzverfahrens sowie einer möglichen Musterfest-stellungsklage geltend gemacht werden.

Wir werden die möglichen Anspruchsgegner einer rechtlichen Prüfung unterziehen. Es bestehen bereits jetzt konkrete Anhaltspunkte dafür, dass die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young grobe Fehler in den Vorjahren bei der Prüfung des Unternehmens begangen hat. Möglicherweise hätte hier bei  einem Einschreiten zu einem frühen Zeitpunkt in den Vorjahren, also der Verweigerung der Testate ein Kollateralschaden für die Anleger, wir er nunmehr zu finden ist, verhindert werden können.

Auch die Bafin steht im Mittelpunkt der möglichen Anspruchsgegner. Sie dürfte möglicherweise ihre Prüfungsaufgaben nicht hinreichend sorgfältig erfüllt haben. Fest steht, dass die deutlichen Anzeichen in der Presse von Seiten der Bafin nicht nur nicht aufgegriffen worden sind. Vielmehr hat sie kritische Stimmen unterdrückt. Eine Bundesbehörde im Sinne des Anlegerschutzes hätte entschiedener und sorgfältiger gegen die Vorwürfe vorgehen müssen.

Als langjähriger, erfahrener Insolvenzverwalter dürfte zudem Dr. Jaffé bemüht sein, ein wirtschaftlich sinnvolles Ergebnis für alle Beteiligten herbeizuführen. Dazu gehört möglicherweise auch die Sanierung des Unternehmens dadurch, dass bestimmte Unternehmensteile veräußert werden. Die Entwicklung des Insolvenzverfahrens bleibt abzuwarten. Wir werden diese genau beobachten und Sie informieren.

Übernimmt meine Rechtsschutzversicherung die Kosten der anwaltlichen Beratung?

In den meisten Fällen wären die Rechtsschutzversicherungen die Kosten im Zusammenhang mit Schadensersatzansprüchen gegen Wirecard nicht übernehmen. Dies hängt damit zusammen, dass sogenannte Kapitalanlagegeschäfte aus den Allgemeinen Rechtsschutzbedingungen ausgeschlossen sind, da es sich um Risikogeschäfte handelt. Bei sehr alten Rechtsschutzversicherungsverträgen kann eine Eintrittspflicht der Rechtsschutzversicherung durchaus verlangt werden. Dies dürfte jedoch nicht der Regelfall sein.

Welche Kosten kommen auf mich zu?

Gerade deshalb, da Ihre Rechtsschutzversicherung, sofern Sie eine haben, eine Eintrittspflicht verweigern dürfte, sind wir bemüht, unsere Tätigkeit für Sie wirtschaftlich sinnvoll zu gestalten.

Die Berechnung Ihres wirtschaftlichen Schadens sowie eine rechtliche Einschätzung werden wir selbstverständlich kostenlos für Sie durchführen. Da auch wir ein Wirtschaftsunternehmen sind, können wir selbstverständlich nicht unsere Dienstleistung vollständig kostenlos anbieten. Wir werden jedenfalls sowohl unsere Tätigkeit, als auch unsere Kostenstruktur im Vorfeld transparent offenlegen. Sie werden über die einzelnen Schritte unserer Tätigkeit und die damit verbundenen Kosten stets im Bilde sein.

Kann ich mich einer Sammelklage anschließen?

Das deutsche Recht kennt nicht das Rechtsinstitut einer Sammelklage, wie sie in den USA etwa häufig vorkommt. Gleichwohl gibt es die Möglichkeit, die Ansprüche der Geschädigten gebündelt geltend zu machen. Diese Möglichkeit werden wir prüfen und gegebenenfalls ein entsprechendes Angebot unterbreiten.

Wie sind die nächsten Schritte?

Bitte füllen Sie unser Kontaktformular aus. Wir werden sodann Ihre Ansprüche prüfen und die mögliche Schadenshöhe mitteilen. Dies erfolgt individuell in Ihrem Verfahren.

Wer ist mein Ansprechpartner?

Unsere Geschäftsführer Frau Dr. Nuriye Yildirim und Herr Wilhelm Lachmair sind erfahrene Rechtsanwälte auf dem Gebiet des Kapitalanlagerechts. Unsere Kanzlei existiert seit 1993 und gehört zu den ersten Kanzleien in Deutschland, die sich mit Rechtsfragen des Kapitalanlagerechts beschäftigt haben und zahlreiche Verfahren beim Bundesgerichtshof erfolgreich für die Geschädigten geführt haben. Unsere Anwälte sowie unser 20-köpfiges Team stehen Ihnen gerne jederzeit telefonisch, per E-Mail, persönlich oder über Videokonferenz zur Verfügung.

Sie sind Wirecard-geschädigt? Dann nehmen Sie mit uns – den Fachanwälten für Bank- und Kapitalmarktrecht bei 21legal – für eine kostenlose Ersteinschätzung Kontakt auf. Wir beraten Sie, ob eine Anspruchsdurchsetzung auf Schadensersatz rechtlich und wirtschaftlich in Ihrem Einzelfall sinnvoll erscheint. Nutzen Sie unser spezielles Kontaktformular mit einem Klick hier.